Roberta T. Leowitz

Roberta T. Leowitz

Wie kam dieses Bild zu uns? Welche Reise hat es nach seiner Entwicklung durchlebt? Die Personen auf dem Bild wissen vielleicht gar nicht das es existiert. Der Fotograf, nennen wir ihn Roberta T. Leowitz, wanderte zufällig an diesem lieblichen Brunnen vorbei, erspähte zwei Menschen. Streitend, liebend, wartend, nachdenkend. Kennen sie sich überhaupt und warum saßen sie da?

Hatte Roberta das Bild irgendwo ausgestellt oder verweilte es jahrelang in einer Privatsammlung, ohne jemals wieder betrachtet worden zu sein?

Eine Vermutung:

Nach der Entwicklung wurde das Bild zunächst in ein Passepartout gerahmt und in Leipzig in einer kleinen Galerie ausgestellt. Unverkäuflich hieß es auf dem kleinen Schild neben dem Bild. Roberta (R.) hatte inzwischen eine tiefe Verbindung zu dem Bild aufgebaut. Zum Ausstellungszeitpunkt war R. bereits 65 Jahre alt.

Die Ausstellung war für zwei Wochen angesetzt, sollte aber wegen hoher Nachfrage um weitere zwei Wochen verlängert werden. R. war sehr glücklich darüber, dass am Ende alle Bilder verkauft wurden – bis auf das Pärchen im Park.

R. hing es zuhause an einen besonderen Platz. In ihrem kleinen Wohnzimmer über dem roten Radio. Das Bild brachte R. bei jeder Betrachtung in einen Zustand vollkommener Glückseligkeit. Oft saß sie lange davor und blickte es an – ihr Gesicht war dabei immer mit einem Lächeln geschmückt.

Eines Tages nahm sie es aus seinem Rahmen und schrieb auf die Rückseite des Bildes Der faszinierende Moment einer einzigen, für immer anhaltenden Begegnung.

Wie ein sanfter Sommerregen schwebten die Jahre, eins ums andere behutsam vorbei. Posthum wurde das Bild an R.‘s Tochter vermacht. Unwissend über dessen Bedeutung packte sie es in eine Kiste mit der Aufschrift Kram von Mama.

Diese Kiste stand nun eines sommerlichen Tages auf einer der bunten Flohmärkte der Stadt. Beim Durchkramen fiel das Augenmerk auf das Pärchen im Park. Der handgeschriebene Satz war immer noch blass auf der Rückseite zu erkennen.

Nun, liebe und hochgeschätzte Leser, dieser Geschichte könnt ihr nach eigenem Ermessen Glauben schenken oder auch nicht. Ihr könnt eure eigenen Worte und Gedanken sprechen lassen und euch leise fragen, wer die beiden Personen waren und ob R. das Bild tatsächlich liebevoll über dem roten Radio in ihrem kleinen Wohnzimmer aufgehängt hatte und mit strahlenden Augen Reminiszenzen an wunderschöne Momente hatte.

Das Schnödel-Baby.

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Postcards from Nicosia

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