Interview - Erick Kohl

Interview - Erick Kohl

– GERMAN –

Wie entstand die Idee zu „Berlin Stickerei“?  
Die Idee zu "Berlin Stickerei" entstand, um meine Gedanken und Gefühle in etwas Bestimmtes zu fassen, etwas Greifbares, das mir die Möglichkeit gibt, das Ergebnis meiner Kunst mit anderen Menschen zu teilen.

Mit welchen Fotos arbeitest du und wo bekommst du sie her?  
Ich kann meine Quellen nicht preisgeben - nur ein Scherz (lacht). Ich suche nach Bildern auf Flohmärkten und manchmal bekomme ich sie von meinen Freunden. Ich besticke nicht jedes Foto, das ich von meinen Freunden erhalte, aber ich bin immer dankbar für die Geschenke. Mein kreativer Prozess ist sehr intim. 

Ist dir schon im Voraus bewusst, wie das Bild am Ende aussehen soll oder entsteht alles spontan?
Wann immer ich eine klare Vorstellung von einem Kunstwerk für ein bestimmtes Bild habe, nehme ich es in meine kreative Welt hinein. Es kann durchaus vorkommen, dass ich mir zuvor etwas anderes gedacht habe als das, was in der endgültigen Arbeit zu sehen ist. Ich lasse mich immer vom Foto leiten.

Was passiert in dem Entstehungsprozess mit und in dir?  
Sticken ist mein Ventil, ein Mittel, um meine Ideen auszudrücken. In Wirklichkeit stellte sich heraus, dass es ein Weg war, meine Angst zu heilen. Es ist wie ein Mantra, ein Ort des Friedens. Obwohl ich meine Stücke jetzt verkaufen kann, versuche ich immer noch, sie so gut wie möglich zu erhalten, anstatt sie in ein "bloßes" Geschäft zu verwandeln.

© Helena Melikov

© Helena Melikov

Gibt es ein Bild, zu dem du eine besondere Verbindung hast?
Als die Großmutter meines Mannes starb, behielt meine Schwiegermutter alle Familienbilder. Unter ihnen gab es eins, in das ich mich sofort verliebte. In diesem Moment entstand in mir die Idee, auf Fotos zu sticken. Ich habe die Großmutter meines Mannes nie getroffen und für mich war das eine Möglichkeit, mich mit seiner Familie zu verbinden, weshalb für mich das alles eine ganz besondere Bedeutung hat. 

Was inspiriert dich am meisten?  
Meine Leidenschaft gilt dem Kino, der Musik und der Kunst im Allgemeinen. Ich sehe meine Kunstwerke sehr stark mit Pop Art verbunden - von einem Film aus den 1950er Jahren wie "The Wizard of Oz" über "The OA" (eine Netflix-Serie) bis hin zu einem Song, der über die Medusa aus der griechischen Mythologie spricht. All das inspiriert mich. 

Natürlich muss ich die Bedeutung der Frauen in meiner Arbeit erwähnen - meine Mutter, meine Schwestern und Freunde, die mich mit ihrem Mut und ihrer Kraft inspiriert haben. 

Wie wählst du die Garnfarbe?
Im Allgemeinen arbeite ich mit dem, was ich zur Hand habe, irgendwie improvisiert. Bevor jedoch meine letzte Ausstellung stattfinden sollte, hatte ich begonnen, mit goldener Farbe und rotem Faden zu arbeiten. Bei der Einrichtung der Ausstellung erkannte ich die Bedeutung der roten Farbe während des Prozesses als reines Symbol für das, was in mir war, alles, was viszeral und real war.

Nach welchen Kriterien suchst du die Bilder aus?  
Ich richte mich hauptsächlich nach meinen Gefühlen und höre mir an, was das Foto mir sagt, unabhängig von der Größe. Ich habe bereits Fotos von 3x4 cm bis zum Format A4 bestickt.

Was ist die Botschaft deiner Arbeit?
Ich habe einen großen Teil meiner Kindheitsfotos durch ein unglückliches Ereignis verloren. So begann ich über all die Bilder nachzudenken, die auf Flohmärkten ohne emotionalen Bezug verloren gehen. Ich möchte allem, was verloren geht, eine neue Bedeutung geben und durch meine Stickerei die Menschen dazu bringen, darüber nachzudenken, was für sie von Wert ist, oder sie zumindest mit ein wenig Humor zu erleuchten.  

Hast du daran gedacht Mode und das Besticken der Fotos miteinander zu verbinden?  
Mode ist mein Beruf. Es ist das, was ich gelernt habe. Ich habe darüber nachgedacht, die beiden Dinge zu kombinieren, aber bis jetzt befindet sich diese Idee noch in der Reifephase. Im Moment sticke ich nur für mich selbst.

Wie viele Bilder hast du schon bestickt?
Bis zu dieser Frage habe ich meine Arbeiten nie gezählt, aber ich habe, mehr oder weniger, 110 Bilder bestickt. Nicht alle von ihnen wurden jedoch veröffentlicht, da es sich dabei auch um private Anfertigungen handelt.

Gibt es Pläne mit deinen Bildern: Ausstellungen, Kooperationen oder ähnliches?
Im vergangenen April präsentierte ich meine Arbeiten in meiner ersten Einzelausstellung. Ich bin Modedesigner und habe vor kurzem begonnen, an meiner eigenen Marke zu arbeiten. Wir schmieden gerade Pläne für eine Zusammenarbeit mit Lost and Found - und freue mich sehr darüber.  


© Helena Melikov

© Helena Melikov

– ENGLISH –

How did come the idea for „Berlin Stickerei“?
The idea for “Berlin Stickerei” was born as a way to put my thoughts and feelings into something specific, something tangible that gives me the possibility to share the result of my art with other people. 

What photos do you work with and where do you get them?   
I can’t reveal my sources - just kidding. I’m digging for pictures at flea markets and sometimes my friends are giving them to me. I am not always embroidering on all the photos that I receive from my friends, but I am always grateful for the presents. My creative process is very intimate. 

Do you know in advance what the photo will look like or is everything spontaneous?
Whenever I have a clear idea about the artwork for a specific picture, I take it into my creative world. It might happen that I come up with a certain thought leading to a totally different work in the end. I always let the photo guide me. 

What happens with and within you during the process of creation?
Embroidering is my escape valve, a means of expressing my ideas. In reality, it turned out to be a way to cure my anxiety. It’s like a mantra, a place of peace. Although, I am able to sell my pieces now I still try to keep it a place that remains as preserved as possible instead of turning it into a ‘mere’ business. 

Is there a picture to which you have a special connection?
When my husband’s grandmother died, my mother-in-law kept all the family pictures. Amongst them, there was one that I instantly fell in love with. This was the moment when the idea to embroider on photos came to my mind. I never met my husband’s grandmother and for me, this was a way of connecting with his family. That’s why it has a very special meaning to me. 

What inspires you the most?
I am passionate about cinema, music and art in general. I see my artwork very much related to Pop Art - from a 1950s movie, like ‘The Wizard of Oz’ to ‘The OA’ (a Netflix series) or a song that talks about the Medusa from Greek mythology. All of this sparks my inspiration. 

Of course, I must mention women’s importance in my work - my mom, my sisters and friends inspired me with all their courage and power. 

How do you choose the yarn color?
Generally, I work with whatever I have on hand, kind of improvised. However, before my last exhibition was about to take place, I had started working with golden paint and red thread. When setting up the exhibition I realized the importance of red color, during the process, as a pure symbol of what was inside me, everything that was visceral and real. 

What criteria do you use to select the images?
I mainly go with my feelings and listen to what the photo is telling me, regardless of the size. I have already embroidered on photos from 3x4 cm up to A4 size. 

What is the message of your work?
I lost a big part of my childhood photos by a misfortunate event. So, I started thinking about all the pictures that get lost at flea markets without any emotional reference. I want to give a new meaning to all that is lost and, through my embroidery, make people think about what is valuable or, at least, enlighten them with a bit of humor.  

Have you thought about combining fashion and embroidering photos?
Fashion is my profession. It’s what I studied. I have thought about combining the two things but until now, this idea is still in a maturing phase. For now, I am just embroidering for myself. 

How many pictures have you embroidered?  
Until this question came up now, I have never counted my work. But I embroidered on 110 photos. Not all of them were published, though, as they were made on private requests. 

Do you have any plans with your work, for instance exhibitions, cooperation or something like that?  
Last April, I presented my works in my first solo exhibition. I am Fashion Designer and I recently started working on my own brand and I am also working on a cooperation with Lost and Found - and I am very excited about this.  


© Helena Melikov

© Helena Melikov

– PORTUGUESE –

Como surgiu a idéia para a “Berlin Stickerei”?
A “Berlin Stickerei” surgiu como uma forma de colocar meus pensamentos e sentimentos em um lugar concreto, palpável e onde eu pudesse dividir o resultado com as pessoas. 

Com quais fotos você trabalha e onde as encontra?
Não posso revelar minhas fontes (Brincadeira). Eu garimpo as fotos em mercados de pulgas e outras amigos me dão. Nem sempre as que amigos me dão são bordadas porque meu processo é muito particular, mas agradeço os presentes. 

Ao iniciar o bordado sobre as fotos você sempre sabe o resultado final ou é sempre espontâneo?
Eu só trago para o meu mundo criativo as fotos em que a ideia é clara, pode acontecer de eu pensar num caminho e surgir uma curva que me leva para um caminho totalmente diferente. Eu deixo a foto me guiar. 

O que acontece internamente com você  no processo de criação?
Bordar surgiu como uma válvula de escape, para colocar pra fora minhas idéias, e se tornou na realidade uma forma de cura para minha ansiedade. É quase um mantra, se tornou um lugar de Paz, e, apesar de hoje vender meu trabalho, tento manter esse lugar o mais preservado possível sem deixar que ele se torne apenas um negócio. 

O que mais te inspira?
Eu sou apaixonado por cinema, música e arte em geral. Eu vejo meu trabalho muito ligado a pop arte, desde um filme dos anos 50, como O Mágico de Oz, “The OA” (uma série do Netflix), ou uma música cuja frase traz na sua simbologia a Medusa da mitologia grega. Tudo me inspira. 

E não posso deixar de falar da importância das mulheres no meu trabalho, como minha Mãe, irmãs e amigas que me inspiram com sua força e coragem. 

Como é feita a escolha da cor das linhas para o bordado?
Eu trabalho com o que tenho em mãos, é muito no improviso. Porém na minha última exposição, antes mesmo dela acontecer, eu tinha começado a trabalhar com tinta dourada e linha vermelha e, ao montar a exposição, percebi a importância do vermelho durante esse processo, a simbologia pura para o que eu tinha dentro de mim, o que era visceral e real.

Qual o critério para a seleção das fotos?
A escolha é muito feita no que eu sinto, no que a foto me diz, independente do tamanho, por exemplo já bordei fotos 3x4 até A4. 

Qual a mensagem que você quer passar com o seu trabalho?
Por uma infelicidade perdi grande parte das fotos da minha infância e comecei a pensar nelas perdidas em algum mercado de pulgas, sem valor algum. então neste trabalho quero dar um novo significado ao que foi perdido e através do bordado fazer as pessoas pensarem no que tem valor pra elas ou apenas trazer um pouco de humor. 

Você já pensou em unir moda e as fotos bordadas num mesmo trabalho? 
A moda é a minha profissão, foi o que eu estudei. As vezes penso em unir as duas coisas mas ainda não formatei isso na minha cabeça, por enquanto bordo apenas para mim mesmo. 

Quantas fotos você já bordou? 
Nunca contei até essa pergunta surgir. Bom, são mais ou menos 110 fotos, algumas não foram publicadas por serem pedidos particulares. 

Existe uma foto que você tem uma conexão especial? 
A avó do meu Marido faleceu e minha sogra ficou com todas as fotos da família. dentre elas havia uma que eu me apaixonei de cara e foi também a primeira vez que me veio a idéia de bordar sobre fotos.  

Eu não a conheci mas foi mais uma forma de me conectar com a família dele, e por isso ela é tão significativa. 

Quais são seus planos com suas fotos? Exposição, colaboração algo neste sentido?  
Em Abril passado eu fiz minha primeira exposição solo. Eu sou Estilista e recentemente comecei a trabalhar na minha marca própria e Também estou trabalhando em uma cooperação com a Lost and Found e estou bastante animado. 

Festival, Tag drei

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8,9,10 - Ich komme

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