Bootsfahrt im Oktober

Bootsfahrt im Oktober

Ich erinnere mich gut an diesen Tag im Oktober. Wir hatten uns am Abend zuvor in den Kopf gesetzt, mit dem Boot auf den See hinauszufahren. Aber als wir am Morgen aufwachten, lag dichter Nebel über der Stadt. Der Nebel verschluckte alles, Geräusche und Farben, und lies uns grau zurück. Unentschlossen, was zu tun sei, saßen wir da und warteten ab, immer wieder einen Blick nach draußen werfend, um zu prüfen, ob sich der Schleier nicht doch langsam lichtete. Es wurde später Vormittag, es war noch immer alles grau, aber Du sagtest: „Lass uns einfach losgehen.“ In Mützen und Pullover und Jacken gegen die feuchte Kälte eingepackt, gingen wir zum Bootsanlegeplatz. Schon als wir das Haus verließen, traten langsam einzelne Konturen deutlicher hervor aus dem grauen Weiß. Auf dem Weg konnte man allmählich die Sonne erahnen, eine runde Scheibe hinter einer dicken Milchglasscheibe. Mit jeder Ecke, um die wir bogen – so schien es – wurde es klarer. Am Anlegeplatz angekommen, hatte sich der Nebel endgültig verzogen, die Sonne strahlte warm, das Laub strahlte bunt und wir strahlten auch. Wir paddelten mit dem Boot hinaus, das heißt, eigentlich bist die meiste Zeit du gepaddelt. Ich habe mich entspannt zurückgelehnt, habe mitgebrachten Tee und Croissants verspeist und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Der Tag umhüllte uns mit einer warmen Stille aus Farben und spätsommerlichen Düften. Wir waren die einzigen auf dem See außer einigen Wasservögeln, deren Namen ich nicht kannte. Das Wasser war klar und kalt, die Luft war klar und warm. So warm, dass wir nach und nach Mützen und Pullover und Jacken ablegten. Die Sonne schien uns auf die Haut, in unser Herz und aus dem Arsch. Wir wurden so übermütig, dass wir noch einmal in den See sprangen. Es war kalt und herrlich. Das letzte Mal Baden in jenem Jahr.

 Ein Hauch Ewigkeit 

 Ein Hauch Ewigkeit 

Da war dieser Eine …

Da war dieser Eine …